MITTENTHAL ODER METTENDALL (niedergeschrieben und ergänzt von E.Flener/Datum unbekannt )
Geschichtliches zum Mittenthal und Umgebung:
Einst trafen sich die « Amis de l’Histoire »aus Esch/Alzette beim Theisbusch oberhalb Steinbrücken, um eine ihrer lehrreichen historischen Wanderungen zu unternehmen. Ziel und Thema dieses Ausflugs war das Mittenthal, ein ziemlich unbekannter geschichtlicher Ort, der dafür umso interessanter ist.
Von den grossen bekannten Herrschaften und Schlössern des Mittelalters und der Neuzeit ist soweit alles erfasst und niedergeschrieben. Die kleineren Herrschaften mit ihren verschwundenen Burgen und Schlössern verdienen aber zumindest das Interesse der Lokalhistoriker. Zu diesen Zwecke wurde genannter Ausflug unternommen. Lehrer Jean Gillen aus Steinbrücken übernahm freundlicherweise die Führung und Leitung dieser Wanderung, da er in seinen langen Lehrerjahren für den Heimatkundeunterricht so viel Interessantes über den Mittenthal zusammengetragen hatte. Dort wo hinter Steinbrücken die alte und neue Escherstrasse sich in Richtung Luxemburg wieder auf der Anhöhe vereinen, liegt links der Theisbusch, früher Hau genannt. In der Zeit soll sogar ein Einsiedler dort gelebt haben. Auf dem Wege längs des Waldes nahm die Wanderung ihren Anfang. Lehrer Gillen macht auf die schöne waldreiche Landschaft aufmerksam, die es verdiene, dass mehr Leute sie auf ihren Spaziergängen erwanderten. Dann ging er zum geschichtlichen Thema über und teilte mit, dass der eben zurückgelegte Weg wahrscheinlich der Römerweg (diverticulum) sei, der Dalheim mit dem Titelberg verbunden habe. Bedeutende Römerfunde seien aber nicht gemacht worden. Zu erwähnen sei, dass unbedingt noch ein uralter Weg diesen Bann von Ehlingen her nach Bergem hin durchquerte, vielleicht ist er sogar mit dem vorgenannter Römerweg identisch. Im Mittelalter unter dem volkstümlichen Namen Weinstrasse bekannt, verband er Diedenhofen, Bettemburg, das Messtal mit der Römerstadt Arlon. Dies ist geschichtlich genau belegt z.B. bei Arthur Schon, Zeittafeln: « Année 1921, sentence confirmant que le chemin royal ou landtstrass d’Arlon à Rodemacher passait d’ancienneté sur le ban d’Ehling. »
Ein anderes Beispiel, die Klage der Ehlinger an die Landstände im Jahre 1791 : « les chemins sont dans un très mauvais état, surtout celui dit vulgairement Weinstrass, venant de Thionville pour Arlon.. » In alten Notarakten aus Bergem und Ehlingen geht öfter die Rede von einem Wege « so nar arl gehend ». Wo genannter Römerweg genau verlief, mögen spätere Forschungen ergründen.
Nachdem noch eines der vielen Mardellen besichtigt worden war, (Quellforscher Meyer erklärt, dass hier zwei Wasseradern sich kreuzen), führt der Weg uns hinunter mitten ins Tal, eben zum Mittenthal Hauptziel der Wanderung. Der Ursprung der Herrschaft Mittenthal lässt sich einstweilen nicht sehr weit zurückverfolgen. Alexander Waldecker von Kempt, Ehegatte der Johanna von Mercy, Probst von Arlon, kam durch Kauf und Erbnachlass in den Besitz des grössten Teiles der Herrschaft Aspelt, zu der auch Güter in Steinbrücken, Hüncheringen, Wickringen und Ehlingen gehörten. Im Jahre 1530 erfragte er bei Kaiser V.die Erlaubnis, in der Herrschaft Ehlingen ein Haus unter dem Namen Mittenthal wieder aufzubauen.
In der Folge vereinte er seinen ganzen Besitz in der Umgegend zur Herrschaft Mittenthal. Alexander Waldecker erbaute sich ein befestigtes Schlosshaus. In Dreieckform wurde ein tiefer Wassergraben angelegt, der von einem kleinen Bächlein gespeist wurde. Wohngebäude mit Wirtschaftsgebäuden lagen im Innern des Dreiecks, das zusätzlich noch mit einer Mauer umgeben war. Trinkwasser wurde aus ein paar tiefen Brunnen besorgt. Nur eine Brücke führte über den Graben ins Gehöft. Ausserhalb der Wasserburg war ein Fischweiher angelegt. Später wurde ebenfalls beim Wege, der unmittelbar am Schlossbering vorbeiführt, ein Wegkreuz mit einer Passionsgruppe errichtet. Vorhanden davon ist heute nur mehr der steinerne Kreuzesbalken, den ein Bauer schändlicherweise als Ackerrolle benutzen wollte, dafür aber seine Pferde einbüsste, die vor Anstrengung eingingen.
Vom Schlosshaus Mittenthal ist heute nur mehr der Wassergraben vorhanden. Mannshohes Schilfrohr und uralte Pappeln umsäunen das Schlossdreieck. Verschwunden ist das ganze stattliche Gehöft erst um die Jahrhundertwende, als es an eine Ehlinger Familie versteigert wurde, die das ganze abtrug, als willkommenen Steinbruch für Wege und Bauarbeiten. Noch heute leben dort ein paar Personen , die sogar im Mittenthal geboren wurden, oder aber dort gearbeitet hatten. Sie erinnern sich noch an das sehr stattliche Wohnhaus mit den grossen Fenstern. Als letztes wurden Brennerei, Schweineställe und Keller abgetragen, wie sich Herr Kremer aus Ehlingen, heutiger Besitzer Mittenthals erinnert. Herr Kremer besitzt auch noch das Hauswappen des Schlosses. Es zeigt in kunstvoller Steinarbeit das Wappen des Erbauers Waldecker von Kempt. Eine Ritterstatue, die den Hofeingang bewachte befindet sich heute in der Neumühle bei Schifflingen (Familie Jungers). Ebenda befindet sich das einzige bekannte Bild von Mittenthal.
Die Herrschaft Mittenthal besass Mittel und Grundgerichtsbarkeit und gehörte zur Landmeierei Bettemburg. Hauptsitz der Herrschaft waren die Dörfer Ehlingen und Bergem, daneben gehörten einige Häuser aus Steinbrücken, Reckingen, Pissingen, Schüttringen und Münsbach dazu. Nach dem damaligen Rechte sorgten Meier und Scheffen als Herrenvertreter und Zentner mit den Aelstesten als Volksvertreter für die öffentliche Verwaltung. Manche ihrer Namen finden wir in alten Schriften, wo viele allerdings mit dem bekannten Kreuze zeichnen.
Die Herrschaft Mittenthal als Nebensitz der Aspelter Herrschaft erlebte lange Jahre auch deren wechselvollen Geschicke. Mittenthal war nie nur Einzelbesitz einer Familie, sondern gehörte stets einer Adelsfamilie, die es neben ihren grossen Herrschaften besass. Des Erbauers Sohn, Adrian Waldecker, lebte noch selbst bis ungefähr 1600 in Mittenthal und war ein ziemlich strenger Herr für seine Leibeigenen. Da er ohne direkten Erben blieb, kam Aspelt mit Mittenthal durch Heirat an die Lothringer Familie de Beurthé. Während des 17. Jahrhunderts nannten sich Guillaume-Emmerich de Beurthé (1647) Adriane de Beurthé 1688) Herren von Mittenthal. Nachdem die Familie de Beurthe die Aspelter Herrschaft so verschuldet hatte, dass dieselbe durch den Advokaten Bosch an die Familie Von Reck veräusserte (1631) , musste sie der Familie Bosch gegen Ende des 17. Jahrhunderts auch die Herrschaft Mittenthals überlassen.
Die Tochter Boschs, Ludvina Petronella Bosch, nennt sich schon 1691 Herrin von Mittenthal. Ihr Vater hatte 1628 die Hälfte der Herrschaft Düdelingen gekauft. Ludvina heiratet den Mitherrn von Brandenburg Sébastien-François de Stassin. Ihre Tochter Marie-Marguerite de Stassin ehelichte den Mitherrn von Esch-Sauer, Charles-Bernard du Bostmoulin (1696). 1721 fiel Charles Bernard im stockigen Busch bei Bettemburg in einem Duell gegen den jungen Baron du Prel. Die Witwe wird bis 1758 in alten Akten als Herrin von Mittenthal erwähnt. Ihre Tochter Marie-Louise heiratete den Grafen Charles Urbain de Chanclos. Lehrer Gillen erzählte, dass es die Schwägerin der Gräfin de Chanclos war, welche die Güter der Herrschaft Pont d’Oye bei Arlon in tollen Festen draufmachte.
Seit den Waldeckern hatten die jeweiligen Besitzer Mittenthals nicht mehr dort residiert. Pächter aus Ehlingen, hauptsächlich die Familie Brücher , verwalteten den sehr ertragreichen Schlossbesitz mit den grossen prächtigen Wäldern. Die letzten Herren von Chanclos lebten in Brüssel. Nach dem Tode der Louise Stassin de Chanclos wurde Mittenthal in Jahre 1787 von den Gebrüdern Bach Faiencerie Rollingergrund) käuflich erworben.
Ab 19. Jahrhunderts ist nichts sehr Genaues mehr über die Besitzer Mittenthals zu erfahren. Die französische Revolution hatte den Herrenrechten und der Leibeigenschaft ein Ende gemacht.
Die Ueberlieferung will, dass das Gut späterhin an eine Brüsseler Familie kam und dann an Juden aus Arlon. Zuletzt hat eine Familie Mersch aus Luxemburg das Hofgut besessen. Sie verpachtete es unter anderem an eine Familie Molitor und zuletzt an die Familie Jungers (heute Schifflingen). Da der Besitz sehr gross war, wurde ein Teil brach liegen gelassen und als Schafweide benutzt, Als Vater Mersch starb hatte keines der 14 Kinder genug Geld um seine Geschwister abzulegen und den Besitz ganz zu übernehmen. Das Gut wurde zur Versteigerung angeboten; da kein zahlungsfähiger Liebhaber sich fand für das Ganze, wurde es in Losen versteigert . Die Familie Kremer aus Ehlingen erwarb das Schloss mit ungefähr einem Hektar Land. Mangels eines weiteren Daseinszwecks wurde es abgerissen.
Nach diesen Erläuterungen erinnert Herr Gillen seine aufmerksamen Zuhörer, dass zwischen Ehlingen und Bergem die Ueberlieferung von drei Schlösser zu berichten weiss, Scheirendall, Mettendall und Deirendall.
Der Scheirendall mit Schloss lag auf der Anhöhe hinter Ehlingen, im heutigen Scheuerbusch. Noch bis 1961 waren dort die Wollgraben einer Wehranlage ( 80 x 60 m ) zu sehen. In der Mitte war ein weiteres Geviert (15 x 15m ) besonders umwallt. Heute ist der Wald gerodet und die Gräben sind eingeebnet. Laut Legende wurde das Haus Scheirendall beim Bau Mittenthals abgetragen und dort als Baumaterial verwendet.
Da der Scheirendall heute keine äusseren Spuren mehr aufweist, schlägt Herr Gillen vor, nun die dritte Schlossanlage Deirendall ( Durental ) auf der Anhöhe zwischen Bergem und Abweiler zu besichtigen. Durch einen prächtigen Buchenhochwald führt uns der Weg hinauf zum Schlossbusch. Auch hier ist die Wallanlage noch sehr gut erhalten ( 80 x 70 m ). Vor allem der Graben um den Burgturm ( 10 x 10 ) ist noch besonders tief. Arthur Schon berichtet in seinen Zeittafeln, das hier bis um 1600 sogar eine eigene Herrschaft lebte. Die Nachkommen der Catharina von Durental schritten noch 1500 zur Zweiteilung der kleinen Herrschaft. Alexander Waldecker erwarb die eine Hälfte und sein Sohn Adrian später die zweite Hälfte der Herrschaft. So ging auch der Deirendall genau wie der Scheirendall im 16. Jahrhundert ganz in der Herrschaft Mittenthal auf.
Dieser Geschichtsausflug lässt demnach noch manche Fragen offen, der beste Beweis, dass auch kleine Dörfer ihre interessante Historie haben.
HERRLECHE METTENDALL
kleine Kostbarkeit im Süden, eine Oase der Ruhe (Tageblatt, +/- 1989 J.Molitor)
Eine Gesamtfläche von 21,4 Quadratkilometern, davon 569 ha Ackerland und Wiesen und eine Waldfläche von 188 ha. Bestehend aus den Ortschaften Monnerich, Bergem, Foetz, Steinbrücken. Was die wenigsten allerdings wissen, dass diese Gemeinde eines der schönsten Naturgebiete des Erzbassins hat,” de Mettendall. In der Monnerecher Chronik folgendermassen beschrieben “Mettendall” oder Mittenthal. In einem seit langem einsamen gebiet befand sich hier der herrschafliche Sitz der Herren von Mittenthal.
Diese waren in der Zeit vor der französischen Revolution bekannt wegen ihres recht grosszügigen und aufwendigen Lebenswandels. In der neuzeitlichen Geschichte ist folgendes zu erwähnen. Im Mettendall gab es eine Wasserburg. d.h einen Hof, der rundherum geschützt wurde von einem Weiher. Mit der Zeit versandete dieser Weiher. Eine Privatperson baggerte de Weiher aus, setzte Forellen ein und beutete ihn kommerziell aus. Doch bald gingen die Forellen ein und böse Zungen sprachen sogar von Vergiftung.Tatsache aber ist, dass der Weiher verseucht war. Der Inhaber belangte gerichtlich den Staat, der seinerseits kurzerhand über den “Fonds de Route ” den Weiher erwarb, dies auch im Hinblick auf den Bau der Autobahn. Verpachtet wurde der Weiher an die Gemeinde Monnerich, die denselben an den Angelverein “Ellchen ” vermietete. Vor Jahren lief nun dieser Mail ab, und die Gemeinde versuchte mit dem Staat zu verhandeln.
Und was lange währt, wird endlich gut. Oder auch: Staatsmühlen mahlen langsam, aber sicher. Nach Ablauf des Mietvertrags präsentierte die Gemeinde einen neuen Vertragsentwurf, diesmal auf langfristige Zeit. Unglaublich, aber wahr, die Tatsache, dass dieser Entwurf bei den zuständigen Verwaltungen spurlos verschwand, die Gemeinde im Unklaren über die Absichten des Staates blieb und ihrerseits keinen Anlass zu grösseren Investitionen im Falle Mettendall sah.
Dies tat allerdings der Angelverein Ellchen, der Forellen im Laufe der Jahre einsetzte, den Weiher instand setzte, diese kleine Kostbarkeit hegte und pflegte als sei’s ihr Eigentum. Eine Auffassung, die man nur würdigen kann. Der Zustand des Ungewissens ist nun seit längerem aufgehoben.Auf eine Dauer von neun Jahren vermietete der Staat den Weiher Mettendall an die Gemeinde, die ihn weiter an den Angelverein verpachte.
Die Gemeinde hat die Verpflichtung den Weiher zu erhalten. Auf keinen Fall darf er trockengelegt werden, es dürfen rundherum keine Abholzungen vorgenommen werden. Ausser dem Chalet des Vereins wofür eine Genehmigung vorhanden ist, dürfen keine Neukonstruktionen vorgenommen werden. Dann verlangt der Staat auch, dass dieser Weiher nur an einen Fischerverein weitervermietet werden darf, dessen Sitz in der Gemeinde Monnerich ist.
Die schlechten ZUTATEN des Fortschritts
Beim Bau der Autobahn wurde eine Unmasse von Schlacken verwendet. Bekanntlich enthalten diese den Schwefel, der bei der Stahlgewinnung herausgezogen wird. Vom Regenwasser herausgespült kommt mit der Zeit dieser Schwefel in den Weiher des Mettendall. Vom Standort Sichel (heute Rollinger ) bis zum Turm der leudelinger Gemeinde wird dieses Wasser dem Weiher zugeführt, der Sauerstoff diesem teilweise entzogen. Ein Paradebeispiel von ökologischer und ökonomischer Zusammensetzung.
Und dann 2017
P.S.Kritik am Standort der neuen Tankstelle ( Luxemburger Wort, 12.1.2017 )
Monnerich. Der Standort der neuen Tankstelle hat in der Vergangenheit bereits für viel Kritik gesorgt. Dies nicht nur in puncto Verkehrsanbindung ( sie wird sich direkt hinter einer Autobahnzufahrt befinden ), sondern auch in puncto Umweltschutz.
Die Monnericher Gemeinde hatte das Gelände ein zweites Mal umklassieren müssen, weil damals eine Unverträglichkeitsprüfung nachgeholt werden musste. Kritisiert wurde die Lage im Grüngürtel zwischen Süden und Zentrum sowie die Nähe zu den Feuchtgebieten des “Mettendall”, der als schützenwert gilt.
So grenzt ein geplantes Naturschutzgebiet direkt an das Areal der Tankstelle. Auslaufender Treibstoff könnte das tiefer gelegene Biotop zerstören, hiess es. Auf dieses Risiko wurde auch in der Umweltverträglichkeitsprüfung hingewiesen.
Das Umweltministerium soll laut LW-Informationen seine Einwilligung damals nur sehr widerwillig gegeben haben!!!
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